Export DokumentationExport VorschriftenExport Risiken
deutsch | français | english

Newsletter (kostenlos):

Name:
E-Mail:
Sprache:


Neuste Updates

Sanktionen
Oktober 2019
Änderungen der UNO-Liste der Verordnung über ...
Venezuela
Oktober 2019
Änderungen des Anhangs 1 zu den beschlossenen ...
Registered Exporter (REX)
Oktober 2019
Aktualisiert: Verzeichnis der teilnehmenden ...

Fragen ⇔ Antworten


 

Frage


Akkreditif (L/C) 3: Welcher Aufwand/welche Kosten sind mit Akkreditiv-Bedingungen verbunden?



 

Antwort
 

Etwas Aufwand und Kosten sind damit verbunden, allerdings dies auf dem Hintergrund, dass Sie sicher sein dürfen, dass die Zahlung/en auf Ihrem Konto zeitgerecht gutgeschrieben werden.
 

  • Aufwand:
     
    • Formulierung entsprechender Zahlungsbedingungen im Vertrag
       
    • Prüfung des avisierten L/C's (= Akkreditiv), der darin enthaltenen Bedingungen; veranlassen von allfällig notwendigen Korrekturen und/oder Änderungen
       
    • Erstellen der gemäss L/C verlangten Versanddokumente
       
    • Einreichen der Dokumente bei der avisierenden Bank

 

  • Kosten – sie sind abhängig von den L/C Bedingungen:
     
    • Avisierung-, Dokumentenprüfung und Versand – üblicherweise basierend auf dem L/C Betrag, z.B. 10 bp, mit einer minimalen Untergrenze und einer maximalen Obergrenze. Die Konditionen sind Banken-individuell festgelegt.
       
    • Bestätigungskosten – falls Bestätigungsauftrag durch die eröffnende Bank erteilt wird, gehen die Kosten z.L. des Kunden. Bei Stiller Bestätigung (Sie erteilen der avisierenden Bank einen Bestätigungsauftrag) wird die Bank die Kosten entsprechend ihrer Risikobeurteilung erheben.
       
    • Benutzung der Dokumente (Sie reichen die Dokumente bei Ihrer Bank ein, sie prüft diese und wenn i.O. versendet sie an die eröffnende Bank) – ebenfalls basierend auf dem L/C Betrag (z.B. 20 bp), einschliesslich einer minimalen Untergrenze, jedoch ohne Obergrenze!
       
    • Es können weitere Kosten dazu kommen, z.B. Vor-Avis, bei unstimmigen Dokumenten, Änderungen, aufgeschobene Zahlungen, etc.
       

Basieren Ihre Standardbedingungen auf L/C-Sicherheiten, sollten der Aufwand und die Kosten in der Preisgestaltung des Produkts berücksichtigt sein.


 

- Link  Zahlungssicherheiten

 

 

 

 

 

 



 

Frage


Akkreditif (L/C) 2: Wo sind die Haken, die mit einem Akkreditiv (L/C) kommen?


 

 

Antwort
 

Es gibt sie, das heisst aber nicht, dass man deswegen auf Akkreditiv-Zahlungsbedingungen verzichten sollte. Es gilt, ein paar Punkte zu beachtet.

 

Wann sollen Sie es erhalten:

  • Ohne Anzahlung:
     
    • Vereinbaren Sie, dass der Vertrag mit der Eröffnung des korrekten, durch Sie geprüften Akkreditivs in Kraft tritt.
    • Spätere Eröffnung (x Monate vor Verschiffung): Einen Zeitpunkt festlegen, bei welchem das Risiko eines Scheiterns gering bzw. der Schaden für Sie noch tragbar ist.
       
  • Mit Anzahlung: Abhängig von der Höhe der Anzahlung, möglicher Sicherstellung (Anzahlungsgarantie) kann auf eine aufgeschobene Eröffnung des L/C's eingegangen werden.

 

L/C wird von der Bank avisiert – unbedingt genau prüfen:

  • Der Inhalt wie Beträge, Termine, Versandbedingungen etc. müssen den Vertragsbedingung entsprechen.
     
  • Sie müssen in der Lage sein, die verlangten Begleitpapiere wie Packliste, Gesundheitszertifikate, andere zu beschaffen.
     
  • Bei Fehlern im avisierten L/C (z.B. Schreibfehler in einer Adresse, Beschrieb der Ware) verlangen Sie Korrekturen – üblicherweise sind diese nicht kostenpflichtig für den Kunden. Verlangen Sie keine Korrekturen, sind solche Fehler auf die einzureichenden Begleitdokumente zu übertragen.
     
  • Bei massgeblichen Abweichungen, z.B. Liefertermine weichen ab vom Vertrag, andere Incoterms wurden vereinbart, falsche Warenbezeichnung, etc. verlangen Sie eine Änderung des L/C's.
     
  • Das L/C ist erst in Kraft, wenn es gemäss den verlangten Änderungen oder Korrekturen avisiert wird und Sie damit einverstanden sind.

 

- Checklist Akkreditive
 

- Checklist Präsentation der Dokumente unter Akkreditiv

 

 

 

 

 

 



 

Frage


Akkreditif (L/C) 1: Wie nutzen Sie bzw. nutzen Ihnen Akkreditive im Exportgeschäft?


 

 

Antwort
 

Exportakkreditive (Letter of Credit, kurz L/C) gelten als die sicherste Zahlungsbedingung im Auslandsgeschäft, ausser die Vorauszahlung.

 

So funktioniert's:

  • Sie vereinbaren Akkreditiv-Zahlungsbedingungen im Vertrag mit Ihrem Kunden.
     
  • Dieser (als Auftraggeber) beauftragt seine Bank (Akkreditiv eröffnende Bank im Ausland), ein L/C entsprechend den vereinbarten Zahlungsbedingungen zu eröffnen.
    Hier handelt es sich um einen Vertrag, durch den sich eine Bank gemäss den Weisungen ihres Kunden (d.h. des Importeurs im Ausland) verpflichtet, bei Erfüllung bestimmter Bedingungen (z.B. Einreichung spezieller Dokumente) Zahlung an einen Dritten (z.B. den Exporteur) zu leisten bzw. eine andere Bank (üblicherweise im Land des Exporteurs) hierzu zu ermächtigen.
     
  • Diese Bank (im Auftrag des Kunden) erstellt das Akkreditiv und übermittelt es der Bank des Exporteurs.
    Der Exporteur hat somit die Gewissheit, die Zahlung von der Akkreditiv eröffnenden Bank zu erhalten, und der Importeur hat die Gewähr, dass eine Auszahlung erst erfolgt, wenn die Dokumente, welche die Ware oder Leistung repräsentieren, entsprechend den Akkreditivbedingungen vorgelegt werden.
     
  • Zur weiteren Erhöhung der Sicherheit für den Exporteur kann die Bank des Exporteurs das Akkreditiv bestätigen, sie kann im Auftrag der eröffnenden Bank ein abstraktes Schuldversprechen abgeben. Liegt kein solcher Auftrag oder keine Ermächtigung der eröffnenden Bank im Ausland vor, kann die Bank des Exporteurs auch ein selbständiges, unwiderrufliches Zahlungsversprechen in Form einer „Stillen Bestätigung“ übernehmen.

 

Link Exportrisiken

 

 

 

 

 



 

Frage


Was sind kommerzielle und was rechtlichen Risiken?

 

 

Antwort
 

Kommerzielle Risiken beziehen sich vor allem auf das Zahlungs- und das Haftungsrisiko aus einem Vertrag.

  • Zahlungsrisiko einschränken: Anzahlung, Zahlungssicherstellung (Akkreditiv, Bankgarantie, Versicherung) vereinbaren, bzw. Zahlung gegen stufenweise Teilleistungen. 

    Unbedingt Zahlungstermine vereinbaren, die nicht vom Käufer abhängig sind!

    Je nach Bestimmungsland lohnt es sich bzw. wird im Fall von Finanzierung verlangt, dass das Länderrisiko abgesichert ist, z.B. durch die SERV.
     
  • Haftungsrisien: Klare Definition der Leistungen beider Parteien, klare Voraussetzungen für Haftungsansprüche gegenüber der einen oder andern Partei, klare Terminierung der Leistung.
     

Rechtliche Risiken im grenzüberschreitenden Geschäft finden sich vor allem in der Wahl des dem Vertrag zu Grunde liegenden Recht und der Gerichtsstand.

Allgemein:

  • Gilt Schweizer Recht und Gerichtsstand, z.B. basierend auf Ihrer Bestellungsbestätigung, achten Sie darauf, dass die Wirkung des „Wiener Kaufrechts“ ausgeschlossen ist.
     
  • Individuelle Vereinbarung im Vertrag: Wählen Sie ein neutrales Recht, an Stelle eines ordentlichen Gerichts ein Schiedsgerichtsverfahren.

    International kommt häufig englisches Recht, gegenüber Osteuropa/Russland österreichisches oder deutsches Recht zum Zug; Ort des Schiedsgerichts z.B. Singapore, London, Stockholm oder Wien, etc.
     
  • Ist Recht und Gerichtsstand des Käuferlandes eine unabwendbare Bedingung, ist eine detaillierte Vertragsformulierung verlangt, welche alle möglichen „Angriffspunkte“ im Bereich Zahlungsabwicklung, Haftung, Termine etc. genau definiert und so möglichst neutralisiert. Eine äusserst sorgfältige Vertragsabwicklung ist unabdingbar.

 

Checklist Exportrisiken

 

 

 

 

 



 

Frage


Für was steht “Zertifizierung”, für was “Legalisierung” und was ist deren Wirkung?

 

 

Antwort
 

Die Zertifizierung dient dazu, bestimmte Eigenschaften oder Eigenarten einer Sache oder einer Dienstleistung zu bestätigen. Der englische Begriff „certified“ kann nicht immer mit dem deutschen Ausdruck „zertifiziert“ übersetzt werden. Innerhalb von Akkreditivbedingungen, z.B. „document/certificate, certified by…“ oder „certified copy…“, ist damit häufig gemeint, dass die Echtheit der Unterschrift oder die Übereinstimmung einer Abschrift mit dem Originaldokument beglaubigt werden soll.
 

Mit der Legalisation wird die Echtheit einer ausländischen Urkunde durch das Konsulat des Staates, in dem die Urkunde verwendet werden soll, bestätigt. Ein Dokument, ausgestellt in einem andern Land soll in der Art und Weise für gültig erklärt werden, dass es im Importland von den dortigen Behörden und Gerichten akzeptiert werden kann.

Beim Beispiel des Ursprungszeugnisses bezieht sich die Legalisation auf die Prüfung der durch die HK angebrachte Unterschrift, also die Echtheit der Urkunde.
Eine Legalisation erfolgt nicht immer in der Sprache des Akkreditivs, oftmals in der jeweiligen Landessprache bzw. -schrift (z.B. kyrillisch, arabisch). Fehlen spezifische Instruktionen, ist es nicht erforderlich, dass die Worte „certified“ oder „legalized“ tatsächlich auf dem Dokument zu finden sind.

 

 

 

 




 

Frage


In welcher Sprache müssen Versanddokumente erstellt werden?

 

 

Antwort
 

Ein Vertrag bzw. eine Bestellungsbestätigung enthält in der Regel eine Bestimmung, in welcher Sprache Versanddokumente zu erstellen sind. Wenn nicht, kann man davon ausgehen, dass sie in der Sprache des Vertrags bzw. der BB vorzulegen sind.
 

Ist die Zahlung durch Akkreditiv sichergestellt, enthält dieses i.d.R. die Anweisung, in welcher Sprache die Versanddokumente einzureichen sind (z.B. „documents must be issued in xx language“). Es kann jedoch auch Bestimmungen enthalten, die ausdrücklich definieren, welche Dokumente in welcher Sprache zu liefern sind.
 

Ist im Akkreditiv keine diesbezügliche Bestimmung enthalten, geht man davon aus, dass die Dokumente in der Sprache des Akkreditivs zu erstellen sind, da gemäss ISBP 681 die Sprache die eröffnende wie auch die benannte Bank nicht daran hindern darf, die vorgelegten Dokumente sorgfältig zu prüfen.
 


Link Checklist Akkreditive

 

 

 

 




 

Frage


Welche Incoterms® Regeln sollen wir anwenden, wenn wir nach China oder Indien liefern, für welchen Fall würden Sie „Delivered Duty Paid“ (DDP) und wann „Delivered Duty Unpaid“ (DDU) verwenden?


 

 

Überlegungen
 

Incoterms® Regeln sind da für zwei hauptsächliche Gründe:

  1. Zuweisung der Verantwortung für den Transport und die entsprechenden Kosten und Verpflichtungen auf entweder den Verkäufer oder den Käufer.
     
  2. Festlegung des rechtlichen Lieferortes an welchem die Verantwortung über die Beschädigung/den Verlust der Ware an den Käufer übergeht.

Die Incoterms® haben keinerlei Einfluss darauf, ob Zoll zu zahlen ist oder nicht. Das ist der Grund, warum die Bedingung “Delivered Duty Unpaid” (DDU) ersetzt wurde mit “Delivered At Place” (DAP) im Laufe einer der letzten Revisionen der Incoterms® durch die Internationale Handelskammer (IHK).
 

Fragen, die Sie beantworten sollten:

  • Wollen Sie die Fracht von Ihrem Unternehmen an bis zum Unternehmen/Lager des Käufers selbst arrangieren und zahlen oder soll der Käufer dies direkt mit dem Transportunternehmen vereinbaren und dafür bezahlen?
     
  • Wo wollen Sie als Lieferant den Transfer für das Risiko von Schaden oder Verlust am Gut auf den Käufer festlegen?

Wählen Sie die Incoterm® beginnend mit “D”, übernehmen Sie das Maximum an Risiken, Sie veranlassen den Transport und die Versicherung und zahlen deren Kosten bis zu einem benannten Ort im Land des Käufers. Falls Sie damit einverstanden sind, wäre die Bedingung “Delivered At Place” (Ort) zu wählen.
 

“Delivered Duty Paid” (DDP) könnte in dem Fall angewendet werden, in welchem Sie an ein eigenes Unternehmen oder Tochterunternehmen in Käuferland verkaufen. Die Zollformalitäten und die Verzollung bleiben so innerhalb Ihres eigenen Unternehmens als Importeur.


Link Incoterm®

 

 

 

 




 

Frage
 

Unser Kunde ist im arabischen Raum domiziliert. Wir verkaufen häufig „ex works“ an ihn. Deshalb bekommen wir oft keine Luft- oder Seefrachtbriefe oder andere Transport-Empfangsdokumente, die einen Export ausweisen würden. Dies bedeutet, dass wir die MWST auf die Rechnung schlagen. Der Kunde war bis jetzt einverstanden mit diesem Vorgehen. Nun will er uns unter einem Akkreditiv bezahlen.
 

Welche Dokumente legen wir der Bank vor, wenn wir „ex works“ verkaufen?


 

Antwort
 

Bei einem solchen Vorschlag fängt das Risikolämpchen an zu blinken. Warum sollte der Kunde mit der Zahlung der Schweizer MWST einverstanden sein? Und wenn Sie nicht sehen, wohin das Produkt tatsächlich geht, wie können Sie sicher sein, dass es nicht in einen sanktionierten Markt geht oder für eine nicht bewilligte Verwendung genutzt wird? Ihr Kunde hat zwar bis jetzt noch keine Vorauszahlung angeboten, wäre dem so, würden sämtliche Risikolampen leuchten!
 

Möglicherweise ist ja alles gut und Ihr Kunde ist als MWST-pflichtig in der Schweiz registriert und agiert als Exporteur aus der Schweiz. Davon ausgehend, dass Sie als Lieferant auch nicht die Ausfuhrdeklaration sehen, sollte der Sache trotzdem mehr auf den Grund gegangen werden, damit Sie nicht als Exporteur gegenüber dem Zoll erscheinen. Sind Sie als Exporteur genannt, sind Sie rechtlich verantwortlich für den Export, auch wenn Sie EXW liefern und MWST abrechnen.
 

Zur Frage der Dokumente bei Zahlung unter einem Akkreditiv im Fall von EXW – an Stelle eines Luft- oder Seefrachtbriefs sollte ein FCR (Forwarder’s Certificate of Receipt) verwendet werden als Beweis, dass Sie die Ware EXW übergeben haben. Vom abholenden Unternehmen erhalten Sie so den Beweis für die Lieferung der Ware und können das Akkreditiv in der Folge beanspruchen.
 

„Sitzen-bleiben auf der Ware“ - dieses Risiko besteht immer noch, weil – unter einem zeitlich begrenzt gültigen Akkreditiv, zahlbar gegen Vorlage eines FCR (plus event. weiterer Dokumente) - solange der Kunde keinen Auftrag zum Abholen erteilt, Sie auch kein FCR erhalten werden, um eine Zahlung unter Akkreditiv auszulösen. Zur Sicherung Ihrer Ansprüche in diesem Fall sollten Sie deshalb als Alternative zum FCR die „Lagerhaus-Empfangsbescheinigung“ aufnehmen. Sie ermöglicht Ihnen, das Gut auf eigene Initiative einzulagern und mit dem Lagerschein das Akkreditiv zu nutzen, wenn Sie kein FCR erhalten bzw. ein Solches nicht zeitgerecht in den Händen haben.

 

 

© 2011-2019WR risk management GmbH|info@exportupdate.com|+41 (0)71 944 25 08|Impressum|Kontakt